logo-emk-rgb-72dpi

Gemeinde des Bezirkes Vorpommern

Stralsund, Trinwillershagen und Wiepkenhagen

 

 

 

Bogen rot

Liebe Leser, liebe Gemeinde,

 

mit Blick auf das neue Jahr möchte ich Sie mit der Jahreslosung für 2012 grüßen. Dieses Wort Jesu Christi will uns trösten und ermutigt in unserem Leben.

In den letzten Jahren ist das Thema „Burn out“ („Ausgebrannt sein“) als © Lupo / PIXELIO'

weit verbreitetes Krankheitsphänomen in der Gesellschaft verstärkt thematisiert worden. Schon die Zeitschrift „Focus“ überschrieb in ihrer Ausgabe vom 8.3.2010 die Titelseite mit „Die Burn-out-Gesellschaft“. Menschen fühlen sich überlastet, sie können nicht mehr und sind erschöpft. Ihre Leistungsfähigkeit nimmt ab, die Lebensfreude weicht, man zieht sich zurück und „kämpft“ um das eigene Überleben. Das Bedrängende am „Ausgebrannt sein“ liegt darin, dass alle Bereiche unseres Menschseins, der körperliche, seelische, geistige und geistliche Bereich lahm gelegt werden. Am Ende geht nichts mehr!

Jesus Christus spricht: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

Jahreslosung für 2012 aus 2. Korinther 12,9

Dieses Phänomen macht auch keinen Bogen um uns Christen. Es bewegt mich, wenn ich von Menschen höre, die ausgebrannt sind. Meistens sind es gerade die, die so engagiert für eine Sache leben und arbeiten. Ein Kollege leidet an einer Erschöpfungsdepression und fällt für lange Zeit aus dem Dienst aus. Da kenne ich einen Mann, der eine Zweigstelle eines Missionswerkes leitete und koordinierte, bis er wegen „burn out“ aus dem Dienst ausschied. Da sind Bekannte aus meiner Jugendzeit, in meinem Alter, die wegen „burn out“ bereits berentet sind. All das kann uns beängstigen.

Wir kennen nur zu gut, wie oft wir selbst eine Gratwanderung an den Grenzen unserer Belastbarkeit führen. Wir spüren den Druck des Alltags und die Anforderungen des Arbeitslebens. Wir kennen das Gefühl der Überforderung und auch die Anzeichen von Erschöpfung.

In diese Situation spricht Jesus zu uns durch das Wort der Jahreslosung. Bau nicht einzig und allein auf deine Kraft und die Stärke deines Glaubens. Mit deiner Kraft allein wirst du nur allzu bald am Ende sein. Egal, was es ist.

Es sind drei Dinge, die mich in Blick auf die Jahreslosung bewegen.

1. Erkenne die Grenzen und die Begrenztheit deiner menschlichen Kraft.

Jesaja 40,30 spricht von den Grenzen unserer eigenen Kraft: „Selbst junge Menschen ermüden und werden kraftlos, starke Männer stolpern und brechen zusammen.“

Der große Apostel Paulus weiß um seine begrenzten Möglichkeiten. Er gesteht sich als Mann Gottes ein, dass er schwach ist. Ja, er spricht von seiner Schwachheit und thematisiert sie (s. 2. Kor. 11,30; 12,5-10)

Wie oft verstecken, kaschieren und überspielen wir unsere Schwachheiten? Wir denken manches Mal, dass wir mit unseren Schwachheiten nicht glänzen können. Mit unserem Schauspiel können wir Menschen blenden, aber nicht Gott. Weil Paulus seine Identität in Jesus hat, rühmt er sich nicht seiner Stärken, sondern seiner eigenen Schwachheit. Das bedeutet für uns, dass wir schwach sein können und dass wir

unsere Schwachheit uns und anderen gegenüber auch eingestehen können. Das gehört zur Ehrlichkeit unseres Christseins dazu.

2. Kenne die Quelle deiner Kraft.

Es geht nicht um deine eigene Kraft. Gott allein ist die nie versiegende Quelle aller Kraft. „Den Erschöpften gibt ER neue Kraft, und die Schwachen macht ER stark.“ (Jes. 40,29) Die Kraft Gottes wird uns durch Jesus geschenkt. Jesus will in uns wirken: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ Jesus richtet dich auf und erweist sich als HERR in deiner Schwachheit. Wie der Adler mit seinen Schwingen vom Luftstrom getragen wird, so darfst du dich in deinem Alltag von der Kraft tragen lassen.

3. Schöpfe aus der Quelle nie versiegender Kraft.

Es ist nicht genug, den Ort der Quelle zu kennen. Es ist nötig, aus dieser Quelle zu schöpfen.

Wenn ich Durst habe, reicht es nicht aus, dass ich weiß, wo unsere Getränke zu Hause stehen. Ich muss die Getränke öffnen und daraus trinken, um meinen Durst zu löschen.

Es reicht für unser Christsein nicht aus, zu wissen, dass Jesus Christus die Quelle der Kraft ist. Ich muss aus dieser Quelle täglich schöpfen.

Für mich sieht das konkret so aus, dass ich vor Tagesbeginn die Begegnung mit Jesus suche. Nachdem ich um 5 Uhr aufstehe, verlasse ich seit einigen Wochen bewusst die Wohnung und gehe um 5.30 Uhr in die EmK-Gemeinde in Stralsund. Auf dem Weg dorthin kann ich beten. Manchmal mache ich absichtlich einen Umweg, um länger im Zwiegespräch mit meinem Herrn zu sein. In der Gemeinde lese ich dann in der Bibel und schöpfe aus Gottes Wort für meinen Arbeitstag. Frei von Ablenkungen und in der Ruhe des Morgens kann ich so Jesus begegnen. Ich halte Jesus meine Schwachheiten hin und bitte ihn, dass er mit seiner Kraft in mir wirkt, wenn ich durch den Tag gehe. Meine Erfahrung ist, dass ich gestärkt und zuversichtlich in meinen Arbeitstag starte, wenn ich gegen 6.45 Uhr nach Hause zurückkehre. Das ist eine Form, wie man aus der Quelle schöpfen kann. Ich wünsche Ihnen, dass sie die Quelle ihrer Kraft kennen und Möglichkeiten wahrnehmen, aus dieser Quelle täglich zu schöpfen.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Neues Jahr und viele stärkende Erfahrungen mit unserem HERRN Jesus Christus.

Ihr

 

Pastor Burkhardt Hübner

 

Home Gemeindebrief Nachrichten Über uns Jugendarbeit Seelsorge Emk-weltweit Sonstiges Kontakt Impressum